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Tschernobyl: 40 Jahre her

  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit

40 Jahre ist es her: Die Katastrophe von Tschernobyl hat auch 1.000 Kilometer weiter westlich, in Deutschland, bleibende Veränderungen hinterlassen.

Es ist der 3. Juni 1986. Die verheerende Reaktorkatastrophe von Tschernobyl liegt etwa fünf Wochen zurück, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) vor die Hauptstadtpresse tritt und sagt:E

„Die Erfahrungen mit dem sowjetischen Reaktorunglück zwingen zu Konsequenzen. Ich habe mich deshalb nach sorgfältiger Überprüfung aller Sachverhalte in den letzten Wochen entschieden, ein Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu bilden.“

Die DDR besaß bereits seit 15 Jahren ein Umweltministerium, während Tschernobyl der ausschlaggebende Grund für die Gründung des westdeutschen Ministeriums war. Allerdings war der Umweltschutz zu dieser Zeit ohnehin schon ein sehr präsentes Thema.


Frank Uekötter, Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, nennt die Ministeriumsgründung deshalb auch „irgendwie überfällig“. Tschernobyl sei gewissermaßen das gewesen, was diese Entscheidung beschleunigt habe.

Beschleunigt und angeheizt wurde auch die Debatte um die zivile Nutzung der Kernkraft. Die Stimmen, die einen Ausstieg forderten, wurden lauter und drängender.


So sagte beispielsweise die Grünen-Abgeordnete Hannegret Hönes in einer Bundestagsdebatte am 14. Mai 1986: „Es ist verbrecherisch, Atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen. Alle Atomkraftwerke müssen abgeschaltet werden – hier und heute!“

Es sollte jedoch noch bis ins Jahr 2023 dauern, bis diese Forderung in Deutschland Wirklichkeit wurde.

 
 
 

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